Sonderausstellungen

Fake News oder Wahrheit?

Freitag, 03. Mai – Sonntag, 07. Juli 2019

Der kaukasische Hangmümmler. Die (fast) perfekte Lügengeschichte – ein Fälscher packt aus

Wie entstehen Fake News? Wer verbreitet falsche Nachrichten und warum glauben aufgeklärte Menschen an Lügengeschichten? „Lügengeschichten machen Spaß“, sagt Claus Maywald. Er muss es wissen, denn er ist gerade dabei, eine der größten frei erfundenen Geschichten in einer Ausstellung zu präsentieren – die vom sogenannten Hangmümmler.

Das Tier sieht possierlich aus mit seinem langen Gamsbart und den kurzen Beinchen vorne. Hinten hat der Hangmümmler längere Beine – ideal um damit die steilen Hänge im Kaukasus zu erklimmen. Dort haben ihn Forscher gesichtet, sein Verhalten studiert und ihre Erlebnisse in wissenschaftlichen Studien dokumentiert. Alles gefälscht! Den Hangmümmler hat es nie gegeben. Und doch finden sich zahlreiche „Beweise“ für seine Existenz: Zeichnungen, Schädel, Knochen, Einträge in „Brehms Tierleben“, Expeditionstagebücher, Flugblätter und Heiligen-Bilder mit dem Hangmümmler.

Sie werden ab dem 3. Mai in einer Ausstellung mit dem Titel „Fake News oder Wahrheit? Der Hangmümmler – ausgestorben und fast vergessen. Ein seltenes Tier aus dem Kaukasus“ im Museum Alzey ausgestellt. Viele der Exponate wurden von Claus Maywald gefälscht. Aber es ist eine Fälschung mit didaktischen Hintergrund. „Ich will aufzeigen, wie einfach es ist, eine Geschichte zu erfinden und sie mit ‚Beweisen‘ zu untermauern“, sagt er.

Für den promovierten Buchrestaurator gehört das Fälschen zum Handwerk. „Wenn ich für Kunden Seiten in einem alten Buch nachbaue, ist es der schönste Augenblick, wenn der Kunde die fehlende Seite im Buch nicht mehr findet, weil sie derart perfekt nachgebildet wurde“, erklärt er.

Der Hangmümmler existiert schon seit vielen Jahren als Idee im Leben von Claus Maywald. Gemeinsam mit seiner Frau, der promovierten Biologin Alexandra Wiebelt-Maywald, hat er dem Tier nun eine Existenz aufgebaut. Zunächst schuf ein Tierpräparator einen Hangmümmler in Lebensgröße. Es folgte eine komplette Biografie, die durch wissenschaftliche Fundstücken untermauert ist. Die Ausstellung stellt den kaukasischen Hangmümmler sowohl in seiner kultur- und wissenschaftshistorischen Wahrnehmung als auch in seiner biologischen Dimension dar. Alle Exponate versuchen den Besucher davon zu überzeugen, dass es den Hangmümmler tatsächlich gegeben hat. So wird er in die Lage versetzt, anhand einzelner Objekte und Beschreibungen selbst nachzuprüfen, was wahr oder frei erfunden ist.

Zwei Dutzend x Barock im Stadtpalais Spurensuche

Die „Kleine Residenz“ Kirchheimbolanden ist geprägt von der Epoche des Barock, der bis heute das Bild der historischen Altstadt prägt. Zeugnisse dieser Epoche wurden im Museum gesammelt und sind im Stadtpalais ausgestellt. 

Das Museum lädt ein zu einer Spurensuche unter dem Titel „Zwei Dutzend x Barock im Stadtpalais“. Die Ausstellung ist als Rundgang durch die Dauerausstellung konzipiert. Der Erkundungsgang durch das spätbarocke Stadtpalais eröffnet Einblicke in die Welt des Hofes ebenso wie in die der Stadtbürger. Das fürstliche Jagdwesen wird in den Blick gerückt, aber auch die Musikkultur, die Wohnkultur und die Welt des Alten Handwerks“.
Eine Handreichung, die bei der Museumsaufsicht erhältlich ist, zeigt 24 ausgewählte Exponate aus der Zeit des Barock. Anhand der beigegebenen Kurzbeschreibungen zeichnen sie ein facettenreiches Bild dieser Zeit.

Kontakt

Museum im Stadtpalais Kirchheimbolanden
Amtsstraße 14
67292 Kirchheimbolanden
Tel.: 06352 / 401850
info@museum-kirchheimbolanden.de

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Dienstag - Sonntag, 14:00 - 17:00 Uhr

Für Schulklassen und Gruppen nach vorheriger Anmeldung täglich auch am Vormittag.
Kontakt per E-Mail: paedagogik@museum-kirchheimbolanden.de; per Telefon Di-So 14.00-17.00 Uhr

Museumsflyer als PDF