Das gab es schon!

Expedition Custine - Die gescheiterte Freiheit 1792/93

13. September – 03. November

Als 1794 Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg nochmals kurz in seine Residenz Kirchheimbolanden zurückkehrte, wurde er von der Bürgerschaft begeistert empfangen. Man spannte die Pferde der fürstlichen Kutsche aus und zog diese im Triumph in die Stadt.
Im Jahr zuvor hatten in Mainz und in anderen Gemeinden der Pfalz und Rheinhessens noch Freiheitsbäume als Symbol einer neuen, von Volksherrschaft, Freiheit und Gleichheit bestimmten Zeit, ohne Fürsten und Adel, gestanden.
Dieses Symbol der Französischen Revolution war ein Export des revolutionären Frankreichs und seiner Truppen. Ende September 1792 hatte die französische Rheinarmee unter General Custine binnen eines Monats Speyer, Worms, Mainz und auch Kirchheimbolanden erobert.
Die Kapitulation der Festung Mainz am 21.10.1792 markierte den Beginn der nur wenige Monate bis in den Juli des Folgejahres existierenden „Mainzer Republik“, die mit Ausnahme der neutralen wittelsbachischen Gebietsteile den gesamten Landstrich „zwischen Landau und Bingen“ umfasste.
Befördert und abgesichert durch die Franzosen fand hier ein demokratisches Experiment statt, dessen historisch-politischer Stellenwert bis heute umstritten ist. Denn dieser Demokratieversuch war durch das der Bevölkerung vorenthaltene Selbstbestimmungsrecht belastet. So ließ sich in nahezu allen Orten der vor den Wahlen zum „Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent“ und zu den Gemeindevorständen abverlangte Eid, mit dem sich die Wahlberechtigten nicht nur von ihren bisherigen Landesherren lossagen, sondern sich auch auf die Grundsätze von „Freiheit und Gleichheit“ verpflichten mussten, nur mit militärischer Drohung und der Deportation Andersdenkender erwirken.
Sowohl der militärische Aspekt der „Expedition Custine“ als auch die Frage nach dem Platz, den die Mainzer Republik als „Erinnerungsort“ deutscher Demokratiegeschichte beanspruchen kann bzw. sollte, werden in der von der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789-1815 durch den Rechtshistoriker Dr. Mark Scheibe erarbeiteten Sonderausstellung thematisiert. Schirmherr der Wanderausstellung, die unter anderem bereits im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt zu Gast war, ist Ministerpräsident a.D. Professor Dr. Bernhard Vogel.
Die Ausstellung ist mit zahlreichen Exponaten der Zeit – gezeigt werden bildliche Darstellungen, Uniformen, Waffen, Kleidungsstücke und sogar eine Guillotine – reich bestückt und um die spezielle Kirchheimbolander Perspektive erweitert.

Soiree

Mittwoch, 21. August 2019, 19:00 Uhr

Odysseus – eine Hinführung zu Monteverdis Barockoper

König Odysseus, nach zehn Jahren Krieg und zehn Jahren Irrfahrt über das Mittelmeer zurück in seiner Heimat Ithaka, tötet vor den Augen seiner Frau Penelope und seines Sohnes Telemachos die neuen Heiratsanwärter, die seinen Platz einnehmen wollen. Das Musiktheater-Projekt Odysseus, das am 31. August 2019 in der Stadthalle Kirchheimbolanden Premiere feiert, bringt im Rahmen einer integrativen Performance Schüler*innen aus der Region in Kontakt mit professionellen Sänger*innen und einem Barockmusik-Ensemble. Claudio Monteverdis Oper „Il ritorno d'Ulisse in patria“ („Die Rückkehr des Odysseus ins Vaterland“) bildet in einer gekürzten Fassung die Grundlage einer Auseinandersetzung mit Fragen danach, wie uns die schockierende Realität des Krieges auch fernab der ursprünglichen Schauplätze erreichen kann. Mit unvergleichlicher emotionaler Tiefe lässt Monteverdis Musik Figuren entstehen, die mehr sind als bloß gloriose Herrschende. Zusammen mit den beteiligten Jugendlichen, für deren Biografien die durch Odysseus repräsentierte Migration direkt oder indirekt eine entscheidende Rolle spielt, geht dieses Musiktheater-Projekt der Frage einer jungen Generation nach: Ist die Regierungsform des Odysseus, die ihre Autorität mit im Krieg erlernter Gewalt einfordert, eine gute Regierungsform?

In einer Soiree im Stadtpalais am 21. August um 19.00 Uhr geben Felix Schönherr (musikalische Leitung), Aileen Schneider (Regie) und Franz-Erdmann Meyer-Herder (Dramaturgie) Einblicke in das Projekt. Um eine Anmeldung wird freundlich gebeten: Tel. 06352 / 40 18 50 (Dienstag – Samstag von 14-17 Uhr) oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Eintritt: 5.00€/Person.

Kulturnacht

Freitag, 9. August 2019, 21.00 Uhr

Eine kleine Abschiedsmusik – das Beste aus 12 Jahren Nachtmusik im Museum

Seit einem Dutzend von Jahren ist Bernd Knell in Begleitung seinen Musikerinnen mit einem thematischen Konzert im Stadtpalais fester Bestandteil der Kulturnacht.Zusammen mit Ninette Mayer (Gesang und Flöte), Angelika Tropf (Flöte, Klarinette) und Marianelli Spratte (Geige) gibt Bernd Knell, der singt und auf der Gitarre spielt, mit  mit der diesjährigen Veranstaltung  eine Revue der kulturnächtlichen Museumskonzerte aus den letzten zwölf Jahren. Alle diejenigen, die diese Art von Konzert und mit dieser Besetzung in den Räumen des Musuems zum letzten Mal erleben wollen, sind herzlich zu dieser kostenfreien Veranstaltung eingeladen. Für Getränke sorgt wie immer der Verein Heimatmuseum Kirchheimbolanden e.V.

Sommerferienprojekt für Kinder "Der Donnersberg von der Seekuh bis zu den Römern"

In den Sommerferien werden von Mittwoch, 03.07.2019, bis Freitag, 05.07.2019, von 9:00 - 13:00 Uhr wieder Projekttage stattfinden. Nähere Informationen finden Sie unter "Kinder im Museum". Anmeldungen werden entgegengenommen unter 06352 - 401850 und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.                                                                                                                                                                                                                   

 

Finissage mit Kuratorenführung

von Dr. Alexandra Wiebel-Maywald
Freitag, 28. Juni 2019, 19:00 Uhr

Das Tier sieht possierlich aus mit seinem langen Gamsbart und den kurzen Beinchen vorne. Hinten hat der Hangmümmler längere Beine – ideal um damit die steilen Hänge im Kaukasus zu erklimmen. Dort haben ihn Forscher gesichtet, sein Verhalten studiert und ihre Erlebnisse in wissenschaftlichen Studien dokumentiert. Alles gefälscht! Den Hangmümmler hat es nie gegeben. Und doch finden sich zahlreiche „Beweise“ für seine Existenz: Zeichnungen, Schädel, Knochen, Einträge in „Brehms Tierleben“, Expeditionstagebücher, Flugblätter und Heiligen-Bilder mit dem Hangmümmler.

Aus biologischer Sicht wird sich Dr. Alexandra Wiebelt-Maywald, die Mitkuratorin der aktuellen Sonderausstellung des Museums im Stadtpalais, die unter dem Titel „Fake News oder Wahrheit? Der kaukasische Hangmümmler. Die (fast) perfekte Lügengeschichte“ noch bis zum 7. Juli zu sehen ist, diesem Verwandten der Elwetritsch nähern. Ihre Führung durch die Sonderausstellung am Freitag, dem 28. Juni, um 19 Uhr, wird evolutionsbiologische, morphologisch-anatomische Aspekte ebenso in den Blick nehmen wie ökologische und daraus ein stimmiges, wenngleich der Phantasie entsprungenes  Lebensbild des Hangmümmlers konstruieren. Alle neugierig Gewordenen sind herzlich zu dieser kostenfreien und auch kurzweiligen Veranstaltung in die Amtsstraße 14 eingeladen.

Kontakt

Museum im Stadtpalais Kirchheimbolanden
Amtsstraße 14
67292 Kirchheimbolanden
Tel.: 06352 / 401850
info@museum-kirchheimbolanden.de

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Dienstag - Sonntag, 14:00 - 17:00 Uhr

Für Schulklassen und Gruppen nach vorheriger Anmeldung täglich auch am Vormittag.
Kontakt per E-Mail: paedagogik@museum-kirchheimbolanden.de; per Telefon Di-So 14.00-17.00 Uhr

Museumsflyer als PDF